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Peru: Traditionelles Wissen bewahren

Am Titicacasee in Peru leben die Menschen überwiegend von der Landwirtschaft. Doch aufgrund des Klimawandels hat die Trockenheit in den letzten Jahren zugenommen, vielen Familien mangelt es an Wasser. Die Kleinbauern erwirtschaften auf ihren Feldern immer geringere Erträge und können keine Nutztiere wie Lamas halten. Zwar bietet die Vielfalt der andinen Pflanzensorten und Anbaumethoden Möglichkeiten, um die Ernten zu steigern, so dass die Familien wieder von ihrem Land leben können. Doch den Menschen fehlt oft das Wissen, um mit den klimatisch bedingten Veränderungen umzugehen.

Die Gemeinschaftsstiftung terre des hommes arbeitet mit der Organisation Chuyma Aru zusammen. Damit die Kleinbauernfamilien wieder Zugang zu Wasser erhalten, legt Chuyma Aru in den Gemeinden der Projektregion 28 Regenwasserauffangbecken an. Zudem werden vorhandene Wasserreservoirs und Viehtränken instandgesetzt. Über das Projekt lernen die Familien, Terrassenfelder anzulegen und Hecken zu pflanzen – die Hecken schaffen ein Mikroklima, das die Pflanzen besser schützt und Bodenerosion durch Wind verhindert.

Um das Risiko von Ernteausfällen zu verringern, soll die Pflanzenvielfalt gesteigert werden. Insbesondere beim Kartoffelanbau gibt es viel Potenzial: Viele Dorfälteste kennen noch alte Sorten und Anbaumethoden, die auch extremen klimatischen Verhältnissen trotzen. Um dieses Wissen wiederzubeleben, organisiert Chuyma Aru in den Gemeinden Fortbildungen für die Kleinbäuerinnen und -bauern. Mehr als 800 Familien profitieren von den Maßnahmen.

Die langfristige Wirkung des Projektes hängt davon ab, wie stark sich die Jugendlichen der Gemeinden daran beteiligen. Noch kehren viele Jugendliche dem bäuerlichen Leben in den Anden den Rücken und wandern in die »modernen« Großstädte ab. Es gilt, sie davon zu überzeugen, dass die Parzellen der Eltern eine Zukunft haben und ihnen Chancen bieten.