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Ausrichtung und Ziele

Die Stifterinnen und Stifter der Gemein­schaftsstiftung terre des hommes sind sich einig: Sie sichern langfristig und kontinuierlich die Zukunft von Kindern in Not. Mit den Erträgen aus ihren Zustiftungen und Vermächtnissen schaffen sie für Kinder eine zukunftsfähige Grundlage zum täglichen Leben. Jahr für Jahr werden ausgewählte Projekte in aller Welt gefördert. Das Kapital selbst bleibt für kommende Generationen erhalten.


Vielfalt in der Stiftungsarbeit

Ob Programme für Straßenkinder auf den Philippinen oder Unterstützung von Kindern in ländlichen Gebieten in Indien, gegen Kinderhandel in Südostasien, Kinderclubs für HIV-/Aids-Waisen im südlichen Afrika oder die Ausbildung von jungen Mädchen in handwerklichen Berufen in Nicaragua - die Stärkung der Kinderrechte steht immer im Vordergrund.

Dabei handelt es sich insbesondere um Projekte, die die Stiftung fördert, wenn sie:

  • das Überleben und die Gesundheit von Kindern sichern,
  • der Erziehung, Grund- und Berufsausbildung dienen,
  • Kinder vor wirtschaftlicher oder sexueller Ausbeutung schützen,
  • Kindern und ihren Familien helfen, die Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung, von politischer, rassistischer, religiöser oder geschlechtsspezifischer Verfolgung sind,
  • Frauen und Mädchen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und zum gesellschaftlichen Leben eröffnen und
  • über die gesellschaftlichen Hintergründe von Not und Gewalt aufklären und als Modelle für soziale Veränderung dienen.

Grundsätze guter Stiftungspraxis

Die Gemeinschaftsstiftung arbeitet nach den Grundsätzen guter Stiftungspraxis, die der Bundesverband Deutscher Stiftungen als Richtlinie für die Stiftungsarbeit beschlossen hat.

»Präambel:
Die Gründung von Stiftungen ist lebendiger Ausdruck von Freiheit und Verantwortung der Bürger. Stiftungen engagieren sich auf vielfältige Weise in zentralen gesellschaftlichen Feldern. Die gesellschaftliche Bedeutung und Funktion von Stiftungen muss sich widerspiegeln in einer verantwortungsvollen Ausführung der von den treuhänderisch wirkenden Stiftungsorganen übernommenen Verpflichtungen.

Die Grundsätze sollen Stiftungsorganen, Stiftungsverwaltern, Stiftungsmitarbeitern sowie potenziellen Stiftern als Orientierung die­nen. Insbesondere sollen sie das Bewusstsein aller Beteiligten für die Vermeidung von Interessenkonflikten, für die angemessene Transparenz bei der Zweckverwirklichung und für die Effizienz der Mittelverwendung schärfen.

In Anbetracht der Vielfalt von Stiftungen sind diese Grundsätze je nach Größe, Zweck und Art der Aufgabenwahrnehmung den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen.

  • Stiftungen verfolgen vom Stifter bestimmte gemeinwohlorien­tierte Zwecke, welche in ihrer Satzung verankert sind und durch die Erträge aus dem Stiftungsvermögen erfüllt werden sollen.
  • Stiftungen haben ein Vermögen, das ihnen grundsätzlich auf Dauer und ungeschmälert zur Verfügung stehen soll.
  • Stiftungen haben Organe oder Träger, die eine ordnungsgemäße Erfüllung des jeweiligen Stiftungszwecks gewährleisten.
  • Stiftungen können in unterschiedlichen Rechtsformen verfasst sein (z. B. als rechtsfähige Stiftung, als Stiftungsgesellschaft und als Stiftungsverein). Auch treuhänderische Stiftungen erfüllen diesen materiellen Stiftungsbegriff.

Auszug aus dem PDF: Grundsätze guter Stiftungspraxis.


Die Grundsätze

1. Zu den handelnden Personen

Stiftungsorgane, Stiftungsverwalter und Stiftungsmitarbeiter orientieren sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben des Gemeinnützigkeits- und Stiftungsrechts bei ihrer Tätigkeit ins­besondere an folgenden Grundsätzen:

  • Sie verstehen sich als Treuhänder des im Stiftungsgeschäft und in der Satzung formulierten Stifterwillens.
  • Sie sind der Satzung verpflichtet und verwirklichen den Stiftungszweck nach bestem Wissen und Gewissen.
  • Das in ihre Obhut gegebene Vermögen ist in seiner nachhaltigen Ertragsfähigkeit zu erhalten. Das Rechnungswesen bildet die wirtschaftliche Lage der Stiftung zeitnah, vollständig und sachlich richtig ab. Die Verwaltungsausgaben bewegen sich in einem angemessenen Rahmen.
  • Sie anerkennen Transparenz als Ausdruck der Verantwortung von Stiftungen gegenüber der Gesellschaft und als ein Mittel zur Vertrauensbildung. Sie stellen daher der Öffentlichkeit in geeigneter Weise die wesentlichen inhaltlichen und wirtschaftlichen Informationen über die Stiftung (insbesondere über den Stiftungszweck, die Zweckerreichung im jeweils abgelaufenen Jahr, die Förderkriterien und die Organmitglieder) zur Verfügung. Sie veröffentlichen ihre Bewilligungsbedingungen und setzen, soweit geboten, unabhängige Gutachter oder Juroren ein. Gesetzliche Auskunftspflichten werden rasch und vollständig erfüllt.
  • Die Mitglieder der Stiftungsorgane handeln informiert, integer und verantwortungsvoll. Ehrenamtlich tätige Organmitglieder sind trotz ihrer übrigen Verpflichtungen bereit, die erforderliche Zeit und Sorgfalt für die Stiftungsarbeit zur Verfügung zu stellen. Mitglieder von Kontroll-und Beratungsgremien sind grundsätzlich unabhängig von den für die operative Tätigkeit verantwortlichen Organen und werden von diesen umfassend und wahrheitsgemäß informiert.
  • Die Stiftungsorgane sorgen für die regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der Stiftungsprogramme, vor allem im Hinblick auf die Verwirklichung des Satzungszwecks, die Effizienz des Mitteleinsatzes und im Hinblick auf das Verhalten gegenüber Fördersuchenden sowie der Öffentlichkeit; sie fördern entsprechendes Verhalten ihrer Mitarbeiter.
  • Die Stiftungsorgane von fördernden Stiftungen betrachten Fördersuchende als unverzichtbare Partner zur Verwirklichung der Stiftungszwecke. Anfragen sollten zeitnah beantwortet werden; über den Fortgang der Antragsbearbeitung sollte informiert werden.
  • Die Stiftungsorgane fördern den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit anderen Stiftungen.

2. Zur Vermeidung von Interessenkonflikten

Für Mitglieder der Stiftungsorgane, der Kontroll- und Beratungsgremien und für Stiftungsmitarbeiter gilt, dass sich niemand bei seinen Entscheidungen von eigennützigen Interessen lei­ten lässt. Insbesondere beachten sie folgende Grundsätze:

  • Sie legen die Anhaltspunkte für einen Interessenkonflikt im Einzelfall unaufgefordert offen und verzichten von sich aus auf eine Beteiligung am Entscheidungsprozess, wenn dieser ihnen oder einer nahestehenden Person einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringen kann. Auch persönliche oder familiäre Beziehungen zu den Fördersuchenden und zu Dienstleistungsunternehmen werden offen kommuni­ziert.
  • Sie verzichten auf vermögenswerte Vorteile, die ihnen von inter­essierter Seite verschafft werden. Dies gilt auch dann, wenn die Verknüpfung von Vorteil und Gegenleistung nicht unmittelbar oder erst zukünftig zu erwarten ist. …«